Zur Geschichte der Galerie

 

Mit der Gründung der Galerie "Hinter Lenchens Haus" hat sich der Bendorfer Georg Nikolaus Raber (gebürtiger Ostfriese aus Leer) 1983 einen Traum erfüllt.


Aber das wäre an sich ja eigentlich noch nichts Besonderes.


Was die Galerie in den vergangenen 32 Jahren allerdings im nördlichen Rheinland-Pfalz bewegt hat, ist dann doch mehr als nur ein paar Sätze wert.


Kultur in der Provinz - vor 32 Jahren war das noch etwas, das nicht immer ganz ernst genommen wurde. Vielleicht gerade deshalb fühlte sich Raber, im Hauptberuf Graphiker und Journalist, mit Studium der Kunstgeschichte und seit 1970 in Bendorf selbständig, herausgefordert.


Wusste er doch, dass sich im Bereich Bendorf und auch weit darüber hinaus auf kulturellem Gebiet zwar vieles tat, aber dass dafür nicht immer ein adäquater Rahmen gefunden wurde.

Die Misere der öffentlichen Finanzen traf schon damals häufig den Kulturetat der Kommunen. Privates Engagement war gefragt.


Kunst in Ausstellungen zu zeigen, Konzerte damit zu verbinden, die Literatur keinesfalls außen vor zu lassen - diese Ziele formulierte Georg Nikolaus Raber für seine Galerie und verstand es, Menschen für diese Idee zu begeistern.


Darüber hinaus sollte die Galerie ein Treffpunkt für Künstler, Kunstfreunde und für interessierte Laien
gleichermaßen werden. Ein Raum der Begegnung und Kommunikation.

Es ist viel auf einmal - so mag es erscheinen. Doch die Vielfalt der Ideen sorgte auch für eine Vielfalt in der Umsetzung.
Fast alles, was an Plänen seinerzeit geschmiedet wurde, was als Wunsch vorgedacht, was mit Hoffnungen verknüpft und auch mit Risiken behaftet war, ist in den vergangenen 32 Jahren verwirklicht worden. Über 200 Ausstellungen könnten realisiert werden.

Höhepunkte waren ohne Zweifel die Ausstellungen mit Otto Modersohn, Christian und Ulrich Modersohn, Heinrich Vogeler, Bruno Müller-Linow, Bernd Zimmer, Otmar Alt, Günter Grass, Armin Mueller-Stahl und August Sander. Auch Meisterschüler der Frankfurter Städelschen Akademie, unter der Regie von Prof. Dr. Dr. Brost, öffneten neue Sichtweisen.


Als 10jähriger, gerade erster Preisträger von "Jugend musiziert" geworden, spielte der Pianist Martin Stadtfeld in der Galerie, aus Anlass der Eröffnung einer Ausstellung mit russischen Künstlern.

Über 15 Jahre begleitete Frau Dr. phil. Maria Velte, ehemalige Direktorin des Mittelrheinmuseums in Koblenz, die Galerie kunstwissenschaftlich und als Kuratorin.

1997 wurde Raber mit dem Kulturpreis der Stadt Bendorf ausgezeichnet - das ist auch ein Stück dieses realisierten Traumes.

(von Peter Lindemann)

 

Kulturpreis