Kabinettausstellung:

J A N  T O R M I

Carborundum – Radierung.

Jan Tormi

Beginn der Ausstellung: Montag der 19. 2. 2018
Besichtigung: nach telefonischer Vereinbarung

 

jan tormi lebensraeume

 

Jan Tormi
Carborundum – Radierung.

1951 wurde Jan Tormi (bürgerlicher Name Elmar Stange) in Lennep geboren,
aufgewachsen in Bergneustadt.
Sein ständiger Wohnsitz war in Reichdorf, eine Stunde von seinem Geburtsort
entfernt.


Seine künstlerische Tätigkeit begann 1969 in Hamburg autodidaktisch.
Viele Arbeiten entstanden in Kohle auf Papier, Gouachen und Ölgemälde.
Er orientierte sich an der „Informellen Bewegung“ und den Strömungen der
Nachkriegszeit.


In den 70er Jahren bereiste er die Länder Europas und des fernen Ostens.
Dies ist eine besondere Zeit der Auseinandersetzung mit historischen
Gegebenheiten, deren Verarbeitung ihre Spuren zeigte. 1975 bis 1981
entstehen keramische Arbeiten und Anfang der 80er Jahre wendet sich
Jan Tormi intensiv der Radierung und anderen künstlerischen Druckverfahren zu.
Seit Mitte der 80er arbeitete er mit der Carborundum - Technik.


Unter dem Künstlernamen „Jan Tormi“ war Elmar Stange, seit 1989, auf
nationaler und internationaler Ebene erfolgreich im Bereich der künstlerischen
Druckgraphik tätig.


Mit zehn Bildern zeigt die Galerie eindrucksvoll Werke in der Technik
"Carborundum".


2013 im April verstarb der Künstler.

 

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Carborundum – Radierung

Der Begriff Carborundum wird hergeleitet von dem synthetischen Hartstoff Siliziumkarbid,
zusammengesetzt aus den Worten Carbon (Kohlenstoff) und Korund (bekannter Hartstoff
aus Aluminiumoxid), wörtlich also „Korund aus Kohlenstoff“.
Um 1880 entwickelte Edward Goodrich Acheson ein industrielles Herstellungsverfahren
im elektrischen Widerstandsofen. Acheson prägte auch den Namen Carborundum.
Henri Bernhard Goetz sagt man heute nach, die Technik der Carborundum – Radierung
erfunden zu haben.
Die Carborundum – Radierung stellt eine der kompliziertesten Arbeiten in der Graphik dar.
Hierbei wird Kunstharzgranulat auf die zuvor bearbeitete Radierplatte aufgelegt und modelliert.
Zusätzlich werden zur Radierung bestimmte Stellen der Druckplatte mit einer Mischung aus
Carborundum, Schleifsand für Lithosteine, Zink- bzw. Titanweiß und Marmormehl bedeckt.
Anschließend wir die Platte erhitzt, die aufgetragene Masse schmilzt und verbindet sich fest
mit der Druckplatte. Beim anschließenden Erhitzen der Druckplatte wird das Material auf der
Radierplatte fixiert. Für den Druck werden im Allgemeinen Kupferdruckfarben verwandt.
Durch ein weiches Druckmedium, wie handgeschöpftes Büttenpapier, hinterlassen die so
beschichteten Platten erhabene Stellen und es entsteht hierdurch ein Präge - Druck mit einem
annähernd dreidimensionalen Druckbild. Die Carborundum - Technik ist quasi eine Kombination
aus Radierung und Prägedruck und zählt damit zu den graphischen Tiefdrucktechniken.
Bevor der Künstler die Arbeit signiert und nummeriert wird jedes Blatt in Mühevoller Handarbeit
mit einem Pinsel nachgearbeitet.
In den Jahren zwischen 1960 und 1970 begann der französische Graphiker James Coignard mit
der Carborundum – Technik zu arbeiten. Er gilt heute als ihr Meister.
Zu den wenigen deutschen Künstlern von heute, die sich meisterhaft mit dieser Technik befassen,
zählte Jan Tormi.

Georg Nikolaus Raber