Lotusteich

Malerei der chinesischen Bauern und Bäuerinnen

 


Warum ich dieses Bild liebe

 

 Lotusteich

 

 

Lotus ist eine Wasserpflanze, deren Blätter flüssigkeitsabweisend sind, so dass Wasser einfach abperlt. Dadurch bleiben die Blätter stets sauber, es können sich keine Pilze oder andere Organismen auf ihnen bilden, die der Pflanze schaden könnten (Lotuseffekt). Die Pflanze wird schon seit mehr als 3000 Jahren im Orient und in Asien als Nahrungsmittel und Blume kultiviert.

Da es sich bei diesem Bild um eine chinesische Bauernmalerei handelt, hat die Ausdruckskraft und Symbolik dieses Bildes eine ganz besondere Bedeutung.

Ein Prinzip der chinesischen Kultur ist nämlich die indirekte Kommunikation. Aus unterschiedlichen Gründen gilt es als unschicklich, einem Anderen seine Anliegen direkt mitzuteilen, weil dies Disharmonie oder gar Gesichtsverlust nach sich ziehen kann.

Allein durch die Hierarchie in der konfuzianischen Gesellschaft können Kritik, Anregungen, Wünsche und Meinungen nicht offen vorgebracht werden, ohne dass dies empfindliche Sanktionen nach sich zieht. Auch wegen des stark verbreiteten Analphabetismus, sowie erotischer und sexueller Tabus, haben sich die Chinesen einer Vielzahl von Symbolen bedient. So steht der Lotus in weiten Teilen Asiens als Sinnbild für Reinheit, Treue, Schöpferkraft und Erleuchtung. Das Symbol befindet sich sowohl im Hinduismus als auch im Buddhismus, wo die Erleuchteten (Buddhas), insbesondere Siddhartha Gautama, regelmäßig auf einer geöffneten Lotosblüte oder einem Lotosthron stehend oder sitzend dargestellt werden. Besonders vielfältig ist seine Symbolik in China ausgeprägt: Liebe und harmonische eheliche Verbundenheit werden mit dem Lotos in Verbindung gebracht; die Lotosblüte ist deshalb auch Sinnbild einer guten Ehe. Speziell die rote Lotosblüte gilt als Symbol für die Vagina. Im Buddhismus zählt der Lotos zu den acht Kostbarkeiten und ist Symbol für den Lauf der Zeiten (mit den Einzelphasen Frucht, Blüte und Stängel) und für die Wirkung der Lehre Buddhas (die Wurzeln sind im Schlamm, auf der Oberfläche erblüht jedoch der Lotos). (Quellen: Wikipedia)

 

Mir gefällt der unaufdringliche Kontrast aus den grünen Lotusblüten einerseits, und den filigran wirkenden weissen Seevögeln andererseits, die im  Schutz der Blätter das Bild bevölkern, getragen vom Wasser: Eine Atmosphäre der Friedlichkeit, Gelassenheit und Harmonie des Gleichklangs, aber auch eine gewisse Zärtlichkeit ausstrahlend. Das Bild strahlt eine paradiesische Idylle aus, eine geradezu meditative Ruhe. Und es inspiriert, weil trotzdem Bewegung darin ist, wodurch bei jedem Betrachten immer neue Gedankenbilder entstehen. Ein Bild, das inspiriert, in dem man jedes Mal etwas neues sieht, ohne sich satt zu sehen.
(Ulrike M. Dierkes)

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Das Bild befindet sich in der "Sammlung der Malerei der chinesischen Bauern und Bäuerinnen"
in der Galerie Hinter Lenchens Haus

 

Die Malerei der chinesischen Bauern.

Diese Art der Bildgestaltung hat sich aus der Wandmalerei, dem Scherenschnitt und der Stickerei entwickelt. Traditionelle künstlerische Elemente wie Übertreibung und Verzerrung wie auch klare und übersichtliche Darstellungen finden sich in diesen Bildern.

Bei den Malern handelt es sich um Bauern und Bäuerinnen aus dem Kreis Hu in der zentralchinesischen Provinz Shaanxi, unweit Xian, der alten Kaiserstadt der Tang – Dynastie.

Diese Bilder spiegeln die lebendigen Traditionen der Menschen Chinas wieder, ihre Arbeit, ihre Feste, ihr tägliches Leben. Man spürt in ihnen das Aroma, sieht in ihnen die lebhaften Szenen und erfühlt aus ihnen die Kraft der täglichen Erfahrungen dieser Menschen.

In den letzten Jahren hat sich ein Wandel in der Technik dieser Malerei angebahnt, so daß neben traditioneller Tempera - und Gouache – Malerei jetzt auch verstärkt Elemente wie Airbrush – Painting Anwendung findet.

Zugleich hat die Malerei der chinesischer Bauern Einzug gehalten in

die klassische Tradition der „Naiven Bildgestaltung“.

Kunstkritiker, Museumsleute und Kunstwissenschaftler entdeckten weltweit begeistert den hohen Wert der Bilder.

Georg N. Raber verfügt über eine großartige Sammlung der Malerei chinesischer Bauern.

Erste Ausstellung der Bilder fand 1994 in der Galerie „Hinter Lenchens Haus“ statt.

Im Frühjahr 2003 wurde die Sammlung, bestehend aus 105 Blättern, in der

Otmar-Alt-Stiftung / Hamm - Westf. für drei Monate erfolgreich präsentiert.

Interessierte Besucher können gerne Einblick in die Exponate bekommen, die sich in der Galerie befinden.

Die Ausstellung und Sammlung steht unter der Schirmherrschaft der Kulturabteilung der Botschaft der Volksrepublik China in der Bundesrepublik Deutschland.